Lebensversicherung

Fast jedes Versicherungsunternehmen bietet dem Versicherungsnehmer die Möglichkeit, eine Lebensversicherung abzuschließen. Doch was ist eigentlich eine Lebensversicherung? Eine Lebensversicherung ist eine Individualversicherung, die die versicherte Person im Erlebensfall des festgelegten Ablaufzeitpunktes oder die Hinterbliebenen im Todesfall während der Laufzeit wirtschaftlich absichert.

Unterschiedliche Arten von Lebensversicherungen

In Deutschland werden Lebensversicherungen angeboten, die sich in der Grundform in unterschiedliche Kriterien oder Kombinationen unterteilen. Die Unterscheidung erfolgt nach
  • Todesfallversicherung – Risiko-Lebensversicherung: Die Auszahlung der Leistung wird mit dem Tod des Versicherungsnehmers fällig und an die Hinterbliebenen ausgezahlt.
  • Erlebensfallversicherung – Lebensversicherung auf Rentenbasis: Die Auszahlung der Versicherung erfolgt nach Ablauf der Versicherungsdauer.
  • Berufsunfähigkeitsversicherung: Bei Berufsunfähigkeit werden Beiträge ausgezahlt.
  • Aussteuerversicherung: Bei Heirat wird die Versicherungsleistung ausgeschüttet.

Unterscheidung der Kapitalbildung

  • Kapitalbildende Lebensversicherung: Teile der eingezahlten Beiträge werden von den Versicherern dazu verwendet, Kapital zu bilden. Diese Gewinne werden später an den Versicherungsnehmer wieder ausgezahlt. Zu den kapitalbildenden Lebensversicherungen gehören die Rentenversicherung und die Todesfallversicherung.
  • Risikoversicherung: Bei dieser Form erfolgt keine Kapitalbildung. Das Ziel einer Risikolebensversicherung oder Berufsunfähigkeitsversicherung ist die Absicherung der Hinterbliebenen (Familie, Lebenspartner) im Todesfall des Versicherungsnehmers oder bei Invalidität.

Unterschiede bei der Bestimmung der Versicherungsleistung

Bei den Versicherungsleistungen wird in drei unterschiedlichen Lebensversicherungsformen unterschieden:
  • Klassische (konventionelle) Lebensversicherung: Bei dieser Form wird ein fester Geldbetrag zugrunde gelegt.
  • Fondsgebundene Lebensversicherung: Die Leistung der Versicherung beruht auf der Basis von Anteilseinheiten eines Fonds.
  • Indexgebundene Lebensversicherung: Die Leistung wird auf der Grundlage eines Index vereinbart.

Unterschiedliche Arten der Versicherungsleistung

  • Bei der Kapital-Lebensversicherung wird das Kapital aus der Versicherungsleistung einmalig, zu einem vorvereinbarten Termin ausgezahlt.
  • Bei einer Beitragsbefreiung wird die vereinbarte Leistung fällig, auch wenn die Versicherung durch den Tod des Versicherungsnehmers oder durch Invalidität frühzeitig endet. Dazu zählen die Term-Fix-Versicherungen, die Ausbildungsversicherung, die Berufsunfähigkeitsversicherung und die Aussteuerversicherung.
  • Rentenversicherung: Die Versicherungsleistungen werden laufend ausgezahlt und gelten als vom Überleben abhängige Rentenzahlungen.

Bei der Einteilung ist grundlegend zu beachten, dass eine Lebensversicherungspolice recht kompliziert gestaltet sein kann, was sich aus der Kombination der Grundformen ergibt. So gibt es Vertragswerke, die nicht nur Kapitalleistungen bieten, sondern auch Rentenleistungen vorsehen. Andere Kombinationen in Verbindung mit Todesfall- und Erlebensfallkomponenten können auch in den Verträgen vereint sein. Außerdem gibt es zahlreiche Zusatzversicherungen, die angeboten werden. Dazu gehört auch die Berufsunfähigkeitsversicherung (BUZ).
Weitere Bausteine ergeben sich aus dem Komponenten:
  • Unfalltod-Zusatzversicherung
  • Pflegeversicherung

Rechtliche Grundlagen

Im Versicherungsvertragsgesetz (VVG) sind die Rechte des Versicherungsvertrags in Deutschland geregelt. Diese wurde zum 1. Januar 2008 umfassend überarbeitet. In diesem Gesetz ist geregelt, dass Versicherer nur in der Rechtsform einer deutschen Aktiengesellschaft, des Versicherungsvereins auf Gegenseitigkeit (VVeG), der Körperschaft des öffentlichen Rechts, als Anstalt oder als Niederlassung von ausländischen Versicherern außerhalb der Europäischen Wirtschaftsgemeinschaft zugelassen werden. Versicherungsgesellschaften, die ihren Sitz in der EWR haben, können direkt aus ihrem Land Versicherungen in Deutschland vertreiben. Die Zulassung und Aufsicht obliegt der Bundesanstalt für Finanzdienstleitungsaufsicht (Bafin). Ihren Entscheidungen liegt das Versicherungsaufsichtsgesetz (VAG) zugrunde. Wichtig ist, dass die Leistungen der Lebensversicherer in Deutschland, der Schweiz, Österreich und etlichen anderen Ländern nur Lebensversicherungsverträge und Zusatzleitungen vertreiben darf.

Rechte und Pflichten des Versicherers und des Versicherungsnehmers

Die Versicherungsunternehmen haben das Recht Beiträge einklagen zu können, teilweise oder befristet zu stunden. Ihre Pflicht besteht aber trotzdem, den Versicherungsschutz zu gewähren.
Die Rechte und Pflichten des Versicherungsnehmers sind umgekehrt. Wichtig ist aber dabei, dass der Versicherer bei arglistiger Täuschung eine Auszahlung der Versicherungssumme verweigern kann, wenn nachweislich im Antragsformular eine schwere Erkrankung, die erst kürzlich aufgetreten ist, nicht angegeben hat. Stirbt der Versicherungsnehmer in den ersten drei Jahren nach Abschluss der Versicherung, kann er von dem Vertrag zurücktreten. Zu einem späteren Zeitpunkt kann der Versicherer den Vertrag nur noch wegen arglistiger Täuschung anfechten. Dabei liegt die Beweispflicht beim Lebensversicherer.